Was ist Font-Management?

Schriften sind überall. Von Printanzeigen über Webseiten bis hin zu Bekleidungsetiketten – Schriften sind ein integraler Bestandteil zahlreicher Kommunikationsformen. Ein System zur Organisation und Verwaltung von Schriften ist für jeden, der regelmäßig mit ihnen arbeitet, ein absolutes Muss. Viele Grafikdesigner, Kreativdirektoren, Druck- und Verlagsfachleute setzen auf font-management-software, um ihre kreativen Arbeitsprozesse zu unterstützen.

Font-Management-Software bietet folgende Vorteile:

  • Zentralisieren, Organisieren und Sortieren von Schriftsammlungen
  • Vorschau und Vergleich von Schriften für eine schnelle Bestimmung und Auswahl
  • Erkennen und Reparieren beschädigter, fehlender oder doppelter Schriften
  • Aktivieren und Deaktivieren von Schriften nach Bedarf
  • Verwalten und Nachverfolgen von Schriftlizenzen
  • Verbindung mit cloudbasierten Schriftdiensten wie Google Fonts

Kreative wissen, wie wichtig eine Sammlung ausdrucksstarker Schriften ist. Leider lassen sich immer größer werdende Bestände nur noch schwer manuell verwalten. Viele Designer nutzen einen Font-Manager, um organisiert zu bleiben, Zeit zu sparen und ihre kreativen Prozesse zu vereinfachen.

So organisieren Sie Schriften auf Ihrem Rechner

Generell kann die Schriftorganisation auf Ihrem Computer und in Ihrem Workflow bzw. Prozess stattfinden. Die Art und Weise, wie Sie Schriften auf Ihrem Rechner verwalten können, hängt davon ab, um welchen Typ es sich handelt. Diese Vorgehensweise hat in der Regel eine eher statische Organisation Ihrer Schriften zur Folge. Wenn Sie Schriften für Ihren kreativen Prozess organisieren möchten, stehen Ihnen zahlreiche Tools zur Auswahl, mit denen sich Schriften entsprechend Ihren Bedürfnissen ordnen lassen. Darauf kommen wir gleich zu sprechen.

So organisieren Sie Schriften auf einem Mac

Apple hat eine unkomplizierte Möglichkeit für die Schriftorganisation entwickelt. Seit 2003 verfügen alle macOS-Computer über ein Programm namens Font Book. Immer, wenn Sie eine neue Schriftdatei anklicken, wird Font Book automatisch geöffnet.

Schriften werden automatisch in Standardsammlungen eingeordnet – Sie können jedoch verschiedene Sammlungen erstellen und entsprechend Schriften hinzufügen. Außerdem können Sie „intelligente“ Sammlungen einrichten. Dazu geben Sie einfach Kriterien vor, anhand derer Schriften in die jeweilige Sammlung einsortiert werden sollen. Font Book fügt dann automatisch neue Schriften hinzu, die den Kriterien der intelligenten Sammlung entsprechen.

Font Book ermöglicht das Organisieren und Finden von Schriften auf einem Mac. Wenn Sie Ihre Schriftsammlung jedoch aktiv in Design-Projekten verwenden, wird das Tool Ihre Font-Management-Anforderungen wahrscheinlich nicht erfüllen.

So organisieren Sie Schriften unter Windows

Anders als macOS bietet Windows keine integrierte Anwendung für die Schriftorganisation. Stattdessen können Sie Schriften über eine „Systemsteuerung“ verwalten. Die Systemsteuerung für Schriften finden Sie in der Systemsteuerung unter „Darstellung und Anpassung“. Schriften werden automatisch nach Schriftfamilien organisiert und können nach Karten angezeigt, organisiert, in der Vorschau dargestellt, gelöscht und ausgeblendet werden.

Es stimmt: Windows 10 unterstützt Schriften besser als frühere Versionen, z. B. durch die Drag-and-Drop-Installation. Wenn Sie die Organisation Ihrer Schriftsammlung jedoch verändern möchten, werden Sie wohl in einen Font-Manager investieren müssen.

Das manuelle Organisieren von Schriften in Ordnern, die an verschiedenen Speicherorten liegen (z. B. auf Ihrer Festplatte, externen Laufwerken, Cloud-Laufwerken und in Netzwerken), kann mühsam und zeitaufwendig sein. Grafikdesigner benötigen Font-Manager häufig, um ihre Schriften optimal nutzen zu können, ohne von ihnen erdrückt zu werden. Wenn Sie Ihre Schriftsammlung für eine manuelle Verwaltung und Organisation zu groß geworden ist, sollten Sie sich möglicherweise einen Font-Manager anschaffen.


Was ist ein Font-Manager?

Ein Font-Manager ist eine Softwarelösung, mit der sich Schriften effektiver nutzen lassen. Die Organisation ist nur einer der Vorteile, die ein guter Font-Manager zu bieten hat. Nachfolgend zeigen wir Ihnen noch weitere Vorzüge auf und erläutern Ihnen, wie Sie diese in Ihren Workflow integrieren können.

Für viele von uns gibt es in Sachen Organisation keine Einheitslösung — und dies gilt besonders für Schriften. Ein Grund dafür mag sein, dass Menschen Schriften aus unterschiedlichen Gründen zu unterschiedlichen Zeitpunkten kaufen. Vielleicht verbinden Sie eine von Ihnen gekaufte Schrift mit ihrem Stil. Oder Sie erinnern sich an den Hersteller, der sie Ihnen bereitgestellt hat, an den Schriftdesigner, der sie zum Leben erweckt hat, oder an das Kundenprojekt, für das Sie sie verwendet haben. Eine flexible Organisation ermöglicht die für Sie und Ihre Verwendungsweise passende Anordnung von Schriften.

Mit einer Font-Management-Anwendung (z. B. Suitcase Fusion, Suitcase TeamSync oder 
Universal Type Server) können Sie Ihre Schriften zusammenführen und nach Projekt, Kunde, Hersteller, Schriftfamilie, Schriftdesigner, Serifen und serifenlosen Schriften oder einem anderen System organisieren, das Ihren Workflow am besten unterstützt.


Ein zuverlässiger Font-Manager bietet außerdem den Vorteil, dass sich die Benutzer auf visueller Ebene mit den Schriften auseinandersetzen können. Während des Designprozesses kann es ein wenig störend und extrem zeitraubend sein, wenn man eine Kreativ-Anwendung verlassen und Dateinamen (anstelle einer visuellen Schriftvorschau) sichten muss.

Die Schriftsammlungen der meisten Designer werden ständig erweitert und damit immer größer. Schon die Verwaltung von wenigen hundert Schriften kann sich wie reine Zeitverschwendung anfühlen – und die Verwaltung tausender Schriften erfordert unzählige Stunden an Arbeit. Wenn Sie Ihre Schriftsammlung mit einem Font-Manager organisieren, arbeiten Sie produktiver und kreativer. Und eine bessere Organisation ist nur der Anfang. Font-Manager bieten noch viele weitere Vorteile, die es einzukalkulieren lohnt:

  • Plugins für die automatische Schriftaktivierung Die vielleicht größte Zeitersparnis für vielbeschäftigte Designer ist die automatische Schriftaktivierung. Professionelle Font-Manager bieten diese Funktion, weil Designer damit bestimmte Schriften im Voraus aktivieren können. Nehmen wir zum Beispiel an, einer Ihrer Kunden hat verschiedene Unternehmensschriften und Sie haben in den nächsten Monaten mehrere Projekte für ihn geplant. Anstatt diese Schriften jedes Mal zu aktivieren, wenn Sie eine Sketch- oder Adobe Photoshop-Datei von ihm öffnen, können Sie sie von einem Font-Manager automatisch aktivieren lassen. Dadurch wird Ihr Prozess vereinfacht und Sie sparen Zeit.

  •  Tools zur Verbesserung der Konsistenz Wird die falsche Schrift verwendet, hat dies häufig unzufriedene Kunden, eine umfassende Überarbeitung und sogar Probleme mit der Lizenzeinhaltung zur Folge. Um die Sache noch komplizierter zu machen, existieren von vielen etablierten Schriften mehrere Versionen, ohne dass die Dateinamen einen Hinweis auf die Unterschiede liefern. Für das bloße Auge können eine zufällige Textprobe in einer Schrift und der gleiche Text in einer ähnlichen Schrift identisch aussehen, obwohl es häufig Abweichungen bei wichtigen Zeichen oder Kerning gibt. Die besten Font-Manager verhindern, dass eine Schrift automatisch durch eine andere ersetzt wird. Falls die von Ihnen gewählte Schrift nicht verfügbar ist, werden Sie aufgefordert, eine andere Version zu wählen, die in Ihrem Design funktioniert.

  • Suchen, Vergleichen und Vorschau von Schriften Selbst bei einer noch so sorgfältig organisierten Sammlung kann es schwierig sein, sich für eine bestimmte Schrift zu entscheiden. Ein guter Font-Manager enthält Tools, mit denen Sie verschiedene Schriften im Handumdrehen finden, vergleichen und in der Vorschau anzeigen können, bevor Sie sie in einem Dokument verwenden. Mit dem richtigen Font-Manager treffen Sie fundierte Entscheidungen und können entspannt weiterarbeiten.

 

Wie kann ich Schriftfehler vermeiden und beheben?

Viele Designer kennen die gefürchtete Fehlermeldung „Fehlende Schriftarten“, die bisweilen in Kreativ-Anwendungen wie Adobe InDesign erscheint. Es gibt viele Gründe, warum eine Schrift nicht korrekt angezeigt wird. Wenn Ihnen die richtige Schrift fehlt, kann dies Ausfallzeiten und kostspielige Fehler zur Folge haben – und das Projekt zum Entgleisen bringen.

Häufige Schriftprobleme (und wie sie behoben werden)

  • Schriftkonflikte – Konflikte können auftreten, wenn eine für ein Projekt benötigte Schrift denselben internen Systemnamen hat wie eine bereits auf Ihrem Computer verwendete Schrift – die Schriften aber nicht identisch sind. Unterschiede können die Schriftart, die Version, Zeicheninkonsistenzen sein. Einige Font-Manager identifizieren Schriften allein anhand des internen oder des Font-Menü-Namens, wodurch unerwarteten Ersetzungen Tür und Tor geöffnet wird. Die Font-Management-Software von Extensis umgeht dieses Problem mithilfe einer Font-Matching-Technologie, die exakte Übereinstimmungen durch umfassende, für jede Schrift einzigartige Merkmale erkennt. So ist gewährleistet, dass immer die richtige Schrift verwendet wird.
  • Fehlende Schriften — Manchmal ist eine Schrift verfügbar, jedoch inaktiv. Professionelle Font‑Manager lösen das Problem fehlender Schriften durch automatische Aktivierung. In einem einfachen Font-Manager werden Schriften jedoch nicht automatisch aktiviert. Die besten professionellen Lösungen optimieren Ihre Abläufe, indem sie genau die Schriften identifizieren, lokalisieren und aktivieren, die Sie für alle Ihre Projekte benötigen.

Was ist ein Font-Server?

Während sich viele Einzelanwender und kleinere Kreativ-Teams für einen cloudbasierten Font-Manager entscheiden, profitieren größere Unternehmen häufig von einem Font-Server. Mit serverbasierten Font‑Managern haben Administratoren eine zentrale Anlaufstelle, wo sie Schriften speichern, organisieren, kontrollieren und an eine beliebige Anzahl von Benutzern verteilen können. Dadurch sparen sie viel Zeit und können den Endanwendern schneller die Schriften bereitstellen, die sie brauchen.

Die Bezeichnung „Font-Server“ hat sich auch als Kurzform für serverbasierte Font-Manager wie Universal Type Server (UTS) etabliert.

Viele große Unternehmen wählen einen serverbasierten Font-Manager aufgrund folgender Vorteile:

  • Zentralisierung — Der Zugriff auf sämtliche Schriften erfolgt von einem sicheren Ort aus – sie sind nicht über verschiedene Geräte und Laufwerke verstreut.
  • Konsistenz – Die Benutzer verwenden garantiert alle dieselben Schriften, wodurch die Marke geschützt, Fehler vermieden und die Einhaltung von Lizenzbestimmungen unterstützt werden.
  • Compliance – Tools, die gewährleisten, dass Ihr Unternehmen ausschließlich Schriften verwendet, für die es Lizenzen besitzt, schützen das Unternehmen vor Missverständnissen und Missbrauch. Diese Arten von Font-Servern helfen Ihnen letztlich, lizenzbezogene Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.
  • Zusammenarbeit — Teams haben projektübergreifend Zugriff auf dieselben Schriften, wodurch Missverständnisse vermieden werden.
  • Kreativität — Benutzer erhalten Zugriff auf eine größere Auswahl von Schriften, wenn diese der Einfachheit halber zentral verwaltet werden.


Fangen Sie an, Ihre Schriften richtig zu verwalten, und Sie werden feststellen, dass Sie Zeit sparen, die Einheitlichkeit verbessern und einfach mehr Spaß an Ihrem kreativen Prozess haben.

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