Das Abonnement-Geschäft läuft auf Hochtouren

Jean Michel Laurent
Juli 22, 2020
1 min lesen

Im Oktober 2019 hat Netflix 158 Millionen Abonnenten gemeldet. Zur selben Zeit gab Spotify eine Abonnentenzahl von 118 Millionen bekannt. Keine Frage: Das Abonnement-Geschäft läuft blendend. Jedes Jahr gewinnt das Modell mehr an Boden – und das wirkt sich gleichermaßen auf Unternehmen, Start-ups und Einzelpersonen aus. Selbst grundverschiedene Sektoren wie Mode und IT können sich dem Hype nicht entziehen.

Das Konsumentenverhalten verändert sich. Anstatt ein Produkt zu besitzen, geht der Trend hin zur Sharing Economy oder Abonnements. Diese neuen Alternativen ermöglichen es dem Kunden, Geld zu sparen und flexibel zu bleiben.

Das Abonnement-Geschäft läuft auf Hochtouren

Eine von Harris Poll im Auftrag von Zuora durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass 66 % der Franzosen 2019 einen Abonnementdienst in Anspruch genommen haben. Doch das ist noch nicht alles: 92 % der Franzosen sind mit diesem Modell zufrieden und 29 % gehen davon aus, dass sie es in den nächsten zwei Jahren noch stärker nutzen werden.

Das Abonnement-Geschäft läuft zweifellos auf Hochtouren. Abos sind seit vielen Jahren fester Bestandteil des Handels. Doch nun greift das Modell zunehmend auch auf immaterielle Güter über – zum Beispiel digitale Angebote. Dies steht ganz im Zeichen eines neuen Konsumverhaltens, bei dem der Wunsch nach Eigentum nicht mehr vorrangig ist. Dem Observatorium für Konsumentenverhalten (Consumer Behavior Observatory) zufolge ist es für gerade einmal 9 % der Franzosen wichtig, die von ihnen genutzten Waren tatsächlich zu besitzen.

Insbesondere im Software-Bereich geht der Trend eindeutig in Richtung B2B. Einer im Auftrag von Zuora von MGI Research durchgeführten Studie nach wird der Software-Markt 2020 durch Vorabonnements wahrscheinlich die 100-Milliarde-Dollar-Marke knacken.

Vorteile des Abonnement-Modells

Warum ist das Abo-Modell ein solcher Erfolg? Ganz einfach: Einen Service zu mieten ist sehr viel günstiger als ein Produkt zu kaufen. Adobe Suite zum Beispiel kostet etwa eintausend Euro – ganz zu schweigen von den Updates, die im Laufe der Zeit noch dazu kommen. Ein Abonnement der Adobe Creative Cloud hingegen kostet nur 60 Euro im Monat und kann jederzeit gekündigt werden.

Für das Unternehmen, das den Service anbietet, ist die finanzielle Sicherheit ein großes Plus. Außerdem ermöglicht die Kundenbindung durch Abonnements eine bessere Personalisierung der angebotenen Dienste. Und die Unternehmen können eine konsistentere, stärker auf den Kunden ausgerichtete Verwendung ihrer Produkte und Services gewährleisten. Indem sie Updates allen Nutzern gleichzeitig bereitstellen, verhindern Unternehmen Zeitverluste durch inkompatible Dateien, Integrationen und Konflikte zwischen Betriebssystem und veralteter Software. So können sie sich voll und ganz auf wesentliche Aufgaben konzentrieren – und sowohl ihre Produktivität steigern als auch ihre Produkte optimieren.

Das Abo-Geschäft ist also ein neues Paradigma, das eine hohe Zeitersparnis, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht. Für ein Unternehmen kann sich der Wechsel vom klassischen Wirtschaftsmodell mit Einzelverkäufen hin zu Abonnements äußerst komplex gestalten. Bevor Sie daher ein solches Angebot einführen, sollten Sie sich vergewissern, dass Ihre vorhandene Infrastruktur für das neue Modell ausgelegt ist.

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